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Was ist in Zigarettenrauch? 7.000 Stoffe im Faktencheck

Rund 7.000 chemische Verbindungen, etwa 70 davon krebserregend: Was Teer, Kohlenmonoxid und Blausäure im Körper anrichten — und was sich nach dem letzten Zug ändert.

Veröffentlicht Aktualisiert Puff Counter Team 5 Min. Lesezeit

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Kurz gesagt

Zigarettenrauch enthält rund 7.000 chemische Verbindungen, von denen etwa 70 als krebserregend gelten (CDC). Dazu zählen Benzol, Formaldehyd, Arsen, Cadmium und Blausäure. Teer ist kein einzelner Stoff, sondern der klebrige Partikelrückstand des Rauchs. Kohlenmonoxid verdrängt zusätzlich Sauerstoff im Blut. Kein Filter entfernt diese Mischung, er verdünnt sie nur.

Der Rauch, den du einatmest, ist kein einzelner Stoff, sondern ein Aerosol aus rund 7.000 chemischen Verbindungen. Etwa 70 davon gelten als krebserregend (CDC). Diese Zahlen stammen nicht aus einer Kampagne, sondern aus jahrzehntelanger Analytik: Die Verbrennung erzeugt tausende Moleküle, die im Tabakblatt vorher gar nicht existierten.

Ein Punkt vorweg, weil er oft untergeht: Nikotin ist der Stoff, der dich hält. Aber es ist nicht der Stoff, der dich krank macht. Der Schaden entsteht fast vollständig durch das, was beim Verbrennen passiert.

Was passiert beim Anzünden?

Die Glut einer Zigarette erreicht während des Zuges mehrere hundert Grad Celsius. Bei diesen Temperaturen wird das Pflanzenmaterial nicht einfach heiß — es zerfällt und setzt sich zu neuen Verbindungen zusammen. Fachlich heißt das Pyrolyse, praktisch heißt es: Aus ein paar hundert Substanzen im Tabak werden tausende im Rauch.

Der Rauch besteht aus zwei Anteilen. Die Gasphase macht den größten Teil der Masse aus und enthält unter anderem Kohlenmonoxid, Formaldehyd, Blausäure und Acrolein. Die Partikelphase ist das, was du als Teer kennst: winzige Tröpfchen, die sich in den Atemwegen niederschlagen.

Dazu kommen Zusatzstoffe, die schon vor dem Anzünden im Tabak stecken — Feuchthaltemittel, Zucker, Kakao, Aromen. Sie sind für sich genommen meist unauffällig. Beim Verbrennen entstehen daraus jedoch eigene Produkte, zum Beispiel Aldehyde aus Zuckern.

Was ist Teer eigentlich?

Teer ist keine Substanz, die man in einer Flasche kaufen könnte. Es ist ein Sammelbegriff aus der Messtechnik: die Gesamtmasse der Rauchpartikel, abzüglich Wasser und Nikotin.

Diese Masse ist braun, klebrig und legt sich auf die Innenseite der Bronchien. Dort trägt sie einen großen Teil der krebserregenden Verbindungen direkt an die Zellen heran und behindert gleichzeitig die Selbstreinigung der Lunge.

Übrigens: In der EU stehen Teer-, Nikotin- und Kohlenmonoxidwerte seit 2016 nicht mehr auf der Packung. Der Grund war nicht Platzmangel, sondern dass die Laborwerte systematisch nicht dem entsprachen, was Menschen tatsächlich aufnehmen.

Welche Stoffe stecken konkret drin?

StoffWoher man ihn sonst kenntWas er im Körper tut
BenzolKraftstoffKnochenmark, mit Leukämie in Verbindung gebracht
FormaldehydKonservierung, Baustoffereizt Atemwege, als krebserregend eingestuft
AcroleinVerbrennungsprodukt von Fetteneiner der stärksten Schleimhautreizstoffe im Rauch
BlausäureIndustrielle Prozesseblockiert die Zellatmung, lähmt die Flimmerhärchen
CadmiumBatterienreichert sich über Jahre in den Nieren an
ArsenPestizidrückständekrebserregend, wirkt auf Gefäße
Polonium-210radioaktiv, aus Phosphatdüngergibt Strahlung direkt im Lungengewebe ab
KohlenmonoxidAbgasebesetzt die Sauerstoffplätze im Blut

Diese Liste ist keine Sammlung von Extremfällen. Es sind Standardbestandteile, die in jeder handelsüblichen Zigarette nachweisbar sind, unabhängig von Marke und Preis.

Kohlenmonoxid: der Stoff, den du täglich mit dir trägst

Kohlenmonoxid entsteht bei jeder unvollständigen Verbrennung. Es bindet an den roten Blutfarbstoff etwa 200-mal stärker als Sauerstoff — und blockiert damit genau die Plätze, die dein Körper für den Sauerstofftransport braucht.

Bei Raucherinnen und Rauchern liegt der Anteil des blockierten Hämoglobins typischerweise um ein Vielfaches über dem von Nichtrauchern. Das ist der unspektakulärste und zugleich spürbarste Effekt des Rauchens: weniger Sauerstoff bei jeder Treppe, jedem Sprint zum Bus, jeder Steigung mit dem Rad.

Die gute Nachricht steckt in der Chemie. Kohlenmonoxid hat eine Halbwertszeit von etwa vier bis fünf Stunden. Rund zwölf Stunden nach der letzten Zigarette ist der Wert wieder normal (CDC). Kein anderer Effekt des Aufhörens kommt so schnell zurück.

Warum Filter das Problem nicht lösen

Der Filter aus Celluloseacetat hält einen Teil der Partikel zurück. Das Problem ist, was danach passiert.

Die meisten Filter haben winzige Belüftungslöcher im Papierring. In der Prüfmaschine ziehen sie Frischluft mit an und senken die gemessenen Werte deutlich. Im echten Mund liegen Lippen und Finger auf genau diesen Löchern. Die Verdünnung fällt weg, die Werte nicht.

Dazu kommt der zweite Effekt: Ein milderer Rauch wird tiefer inhaliert. Was sich sanfter anfühlt, geht weiter in die kleinen Atemwege hinein. Genau diese Verschiebung wird in der Forschung diskutiert, wenn es darum geht, warum sich die Verteilung der Lungenkrebsarten in den letzten Jahrzehnten verändert hat.

Kurz gesagt: Der Filter hat den Rauch angenehmer gemacht, nicht sauberer.

Was das über ein Jahr bedeutet

Rechne es einmal für dich durch, statt es zu schätzen.

Eine Schachtel am Tag sind 20 Zigaretten, also rund 7.300 im Jahr. Bei etwa zehn Zügen pro Zigarette sind das ungefähr 73.000 einzelne Kontakte mit dieser Mischung — jeder einzelne eine Entscheidung, die längst keine mehr ist, sondern ein Reflex.

Das Geld ist die zweite Rechnung: der Preis deiner Schachtel mal 365. Bei den meisten liegt das Ergebnis in einer Größenordnung, die für einen Urlaub reicht, den sie sich angeblich nicht leisten können.

Was sich ändert, wenn nichts mehr verbrennt

Der Körper beginnt sofort, nicht irgendwann:

  1. Nach 20 Minuten normalisieren sich Puls und Blutdruck.
  2. Nach etwa 12 Stunden liegt das Kohlenmonoxid im Blut wieder im Normalbereich.
  3. Nach 2 bis 12 Wochen verbessern sich Durchblutung und Lungenfunktion messbar.
  4. Nach 1 bis 9 Monaten arbeiten die Flimmerhärchen wieder — Husten und Kurzatmigkeit gehen zurück.
  5. Nach einem Jahr ist das zusätzliche Risiko für koronare Herzkrankheit etwa halbiert.
  6. Nach rund zehn Jahren liegt das Lungenkrebsrisiko bei etwa der Hälfte dessen, was es bei fortgesetztem Rauchen wäre (CDC).

Nichts davon setzt voraus, dass du es beim ersten Versuch schaffst. Die meisten Menschen, die dauerhaft aufgehört haben, hatten mehrere Anläufe hinter sich. Der Versuch, der zählt, ist immer der nächste.

Der Schritt, der vor allem anderen kommt

Bevor du reduzierst, brauchst du eine ehrliche Zahl. Nimm dir heute zwei Minuten und zähle einen einzigen Tag lang mit — ohne irgendetwas zu ändern, ohne dir etwas vorzunehmen. Nur die Zahl.

Genau dafür ist Puff Counter gebaut: ein Tipp pro Zigarette oder Zug, und daraus entsteht ein Wochenlimit, das sich an deinem tatsächlichen Schnitt orientiert statt an einem Vorsatz. Fast alle sind von ihrer echten Tageszahl überrascht — und ab dem Moment, in dem sie sichtbar ist, ist der nächste Zug wieder eine Entscheidung.

Häufige Fragen

Wie viele Chemikalien enthält eine Zigarette wirklich?

Im unverbrannten Tabak sind es einige hundert Substanzen plus Zusatzstoffe. Erst die Verbrennung bei mehreren hundert Grad erzeugt die rund 7.000 Verbindungen, die im Rauch nachgewiesen werden — etwa 70 davon sind als krebserregend eingestuft (CDC). Die gefährlichsten Stoffe entstehen also erst beim Anzünden.

Was genau ist Teer in Zigaretten?

Teer ist eine Messgröße, kein einzelner Stoff: die Gesamtmasse der Partikel im Rauch, abzüglich Wasser und Nikotin. Diese klebrige Mischung lagert sich in den Atemwegen ab, legt die Flimmerhärchen lahm und trägt einen Großteil der krebserregenden Substanzen. In der EU stehen Teerwerte nicht mehr auf der Packung, weil sie irreführend waren.

Filtern Zigarettenfilter die Schadstoffe heraus?

Nur zu einem kleinen Teil und vor allem in der Messmaschine. Filter mit Belüftungslöchern verdünnen den Rauch im Labor, im echten Mund werden die Löcher von Lippen und Fingern verdeckt. Der Rauch wird milder und deshalb tiefer inhaliert — der Schadstoffeintrag sinkt kaum.

Wie schnell baut der Körper Kohlenmonoxid wieder ab?

Sehr schnell. Kohlenmonoxid hat im Blut eine Halbwertszeit von etwa vier bis fünf Stunden. Rund zwölf Stunden nach der letzten Zigarette liegt der Wert wieder im Normalbereich (CDC). Das ist der Grund, warum viele schon am zweiten rauchfreien Tag beim Treppensteigen einen Unterschied merken.